Neulich habe ich eine Mama gefragt, wie viele Bilder sie von sich und ihrem Kind hat. Sie hat kurz überlegt und dann gesagt: meistens gibt es nur Fotos von ihren Kids oder die Kinder sind mit Papa auf Fotos. Das höre ich leider viel zu oft und kenne es aus eigener Erfahrung.
Kommt dir das auch bekannt vor?
Warum auf so vielen Familienfotos die Mama fehlt
Es gibt zwei Gründe, und der zweite ist der eigentliche.
Der erste ist praktisch: Wer die Kamera hält, ist nicht drauf. Und meistens ist das die Mama. Aber warum eigentlich? Das ist eine gute Frage. Vielleicht, weil sie ein Auge dafür hat, was wichtige Kleinigkeiten sind, die sie festhalten möchte. Oder weil sie diejenige mit dem Überblick ist und merkt, wann das Kind gerade etwas Schönes macht.
Der zweite Grund ist der, über den kaum jemand redet: Viele Mütter mögen sich auf Fotos gerade nicht. Der Körper ist ein anderer als vorher, man hat sich seit Tagen nicht in Ruhe angeschaut, und dann kommt so ein Bild und zeigt einem etwas, das man selbst gerade nicht sehen will. Da ist es leichter, weiterhin die Kamera zu halten.
Ich kenne das übrigens selbst. Ich stehe nicht gern vor der Kamera, ich fühle mich da unwohl, und mir fällt jedes Mal etwas auf, das ich an mir nicht mag. Genau das ist einer der Gründe, warum ich sage, es geht bei eurem Fotoshooting nicht nur um schöne Bilder. Vielmehr geht es darum, dass ihr einen Rahmen bekommt, in dem ihr bewusst Zeit miteinander verbringen könnt. Und genau die Fotos die dabei entstehen, werden euch auch in 10 Jahren noch etwas bedeuten.
„Ich mag mich auf Fotos einfach nicht“ – was tatsächlich hilft
Der Satz, den ich am häufigsten höre, ist: Ich bin nicht fotogen.
Was in den allermeisten Fällen dahintersteckt, ist die Erfahrung (oder Erwartung), dass man auf Fotos in die Kamera schaut und dabei versucht, ein sich von seiner besten Seite zu zeigen. Und genau das sieht man den Bildern dann an.
Was hilft, ist erstaunlich schlicht: nicht in die Kamera schauen.
Wenn du dein Kind anschaust, statt mich, passiert etwas mit deinem Gesicht, das du nicht steuern kannst und auch nicht steuern musst. Wenn du dein Kind hochhebst, trägst, ihm etwas ins Ohr flüsterst, mit ihm rennst – dann bist du beschäftigt. Und beschäftigte Menschen denken nicht daran, wie sie perfekt für die Kamera posieren, oder wo die Hände hingehören. Stattdessen passiert das: Ihr seid natürlich, einfach ihr. Und werdet genau das in den Bildern sehen.
Der zweite Punkt, den ich fast immer sage: Bewegung schlägt Pose. Ein Bild, auf dem du dein Kind auf dem Arm hast und gerade losgehst, ist tausendmal mehr du als eines, auf dem ihr nebeneinander steht und lächelt.

Ideen für Mama-Kind-Fotos draußen
Das Beste an Mama-Kind-Fotos ist, dass ihr dafür nichts inszenieren müsst. Ihr macht das, was ihr sowieso miteinander macht, nur eben draußen und mit einem Menschen dabei, der auf den Auslöser drückt.
Was fast immer funktioniert: dein Kind tragen – auf der Hüfte, auf den Schultern, huckepack. Das ist die Geste, die eure Beziehung am ehesten zeigt, und sie sieht auf Bildern immer nach euch aus.
Dann: gemeinsam etwas anschauen. Eine Kastanie, ein Käfer, ein Blatt. Ihr beide guckt runter auf dasselbe Ding, und das Bild zeigt genau die Nähe, die im Alltag ständig da ist und nie festgehalten wird.
Und: rennen, drehen, hochwerfen. Alles, wobei gelacht wird und niemand ans Kameralächeln denkt. Bei kleineren Kindern reicht schon, sie auf dem Arm einmal im Kreis zu drehen.
Was auch schön ist, wenn eure Kinder schon größer sind: einfach nebeneinander laufen und reden. Von hinten fotografiert, ohne Gesichter. Solche Bilder wirken oft Jahre später am stärksten.

Wenn du mehr Familienfotos-Ideen für draußen sucht, ist mein Blog genau richtig für dich. Schau dich gern ein bisschen um.
Mama und Sohn, Mama und Tochter
Manchmal werde ich gefragt, ob so ein Shooting anders läuft, je nachdem ob ein Sohn oder eine Tochter dabei ist. Ehrlich gesagt: kaum. Was den Unterschied macht, ist nicht das Geschlecht, sondern das Alter und der Charakter.
Kleinkinder wollen meistens getragen werden und bleiben in deiner Nähe. Kindergartenkinder rennen weg und kommen wieder. Sie wollen zeigen, was sie schon können und sind mächtig stolz auf das „alleine machen“. Und du sitzt daneben und realisierst, wie besonders diese Zeit ist.
Und ja: Auch wenn dein Kind gerade eine Phase hat, in der es sich bei Fremden erstmal nicht wohlfühlt, kannst du dennoch ein Fotoshooting mit deinem Kind machen. Denn meine Meinung ist, dein Kind muss beim Shooting nicht „mitmachen“.
Kann man Mama-Kind-Fotos auch selbst machen?
Ja, und ich finde, man sollte es sogar. Nicht jedes Bild braucht eine Fotografin.
Drei Dinge, die dabei am meisten bringen: Stell das Handy auf den Selbstauslöser mit Serienbild, statt ein einzelnes Foto zu machen – von zwanzig Bildern ist fast immer eins dabei, auf dem alle bei sich sind. Fotografier am späten Nachmittag, nicht mittags, dann ist das Licht weicher. Und: Bitte deinen Partner öfter darum. Nicht um ein schönes Foto, sondern um irgendein Foto. Die Hemmung liegt oft eher beim Fragen als beim Fotografiertwerden.
Was du dabei nicht bekommst, sind die Bilder, auf denen ihr beide gleichzeitig unbeobachtet seid. Dafür braucht es jemanden, der ein Stück weit weg steht und wartet.
Mama-Kind-Fotos sind Bilder, auf denen die Mutter gemeinsam mit ihrem Kind zu sehen ist – ohne den Rest der Familie. Sie entstehen meist draußen und in Bewegung, statt gestellt.
Gerade dann. Was auf Bildern unangenehm wirkt, ist fast immer der Versuch, für die Kamera zu posieren. Wenn du stattdessen mit deinem Kind beschäftigt bist entstehen Familienfotos ganz nebenbei.
Du solltest bei der Wahl deiner Kleidung darauf achten, das du etwas trägst, worin du dich bewegen und dein Kind hochheben kannst. Ruhige Farben, keine großen Aufdrucke. Bequem schlägt schick.
Ja. Wir fangen langsam an, gehen erst ein Stück gemeinsam und fotografieren, wenn dein Kind angekommen ist. Ich dränge niemanden.
Draußen rund um Nürnberg und Fürth, zum Beispiel im Hainberg, am Pegnitzgrund oder an einem Ort, an dem ihr sowieso gern spazieren geht.


